Planung & Grundlagen

Abluftrohr für die Dunstabzugshaube: 100, 125 oder 150 mm?

Die Kernbohrung ist meistens schon da – 100 Millimeter. Ob das für die neue Dunstabzugshaube reicht, entscheidet aber nicht die vorhandene Wandöffnung, sondern das Gerät und der gesamte Luftweg dahinter.

Abluftrohr für die Dunstabzugshaube: 100, 125 oder 150 mm?
Lesezeit: 7 min Aktualisiert: 24.09.2026 Geprüft: Daniel Klas

Titelbild: KI-generierte Visualisierung von Abluftrohren in 100, 125 und 150 mm zur thematischen Einordnung; keine reale Klas-Küchen®-Referenz.

Auf einen Blick

  • 150 mm ist bei vielen modernen leistungsfähigen Abluftsystemen die sinnvollste Ausgangsbasis.
  • 125 mm kann je nach Gerät, Luftmenge und Leitungsweg funktionieren.
  • 100 mm existiert weiterhin, ist bei leistungsstarken modernen Geräten aber häufig der Engpass.
  • Nicht nur der Durchmesser zählt: Länge, Bögen, Übergänge und Mauerkasten beeinflussen den Druckverlust ebenfalls.
  • Einen 150-mm-Geräteanschluss sollte man nicht auf 100 mm reduzieren, nur weil die alte Wandöffnung bereits vorhanden ist.
  • Entscheidend bleiben immer die technischen Vorgaben des konkreten Dunstabzugssystems.

Warum ist der Durchmesser überhaupt so wichtig?

Ein Dunstabzug bewegt Luft. Je größer die gewünschte Luftmenge, desto mehr Luft muss pro Sekunde durch den Abluftkanal transportiert werden. Der Unterschied zwischen 100 und 150 mm klingt zunächst überschaubar. Er ist es nicht.

RundrohrFreier Querschnitt ungefährVerhältnis
100 mm79 cm²100 %
125 mm123 cm²156 %
150 mm177 cm²225 %

Ein 150-mm-Rundrohr besitzt damit rund 2,25-mal so viel Querschnitt wie ein 100-mm-Rohr. Soll durch beide Rohre dieselbe Luftmenge strömen, muss sich die Luft im kleineren Rohr erheblich schneller bewegen – und genau diese höhere Geschwindigkeit macht die Abluftführung anspruchsvoller.

„Aber meine alte Dunstabzugshaube hat mit 100 mm doch funktioniert“

Das kann durchaus sein. Die entscheidende Frage lautet aber nicht: Kam Luft draußen an? Sondern: Welche Luftmenge kam bei welchem Geräuschpegel und welcher Motorleistung tatsächlich draußen an?

Ältere oder leistungsschwächere Hauben konnten mit kleinen Querschnitten betrieben werden. Auch heute gibt es weiterhin 100-mm-Komponenten – Naber führt beispielsweise noch ein COMPAIR-norm-System in Systemgröße 100. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass 100 mm für jedes heutige Gerät optimal sind. Moderne leistungsfähige Dunstabzüge können deutlich größere Luftmengen bewegen; Naber nennt für leistungsstarke Hauben Luftmengen bis rund 650 m³/h. Je größer die Luftmenge, desto wichtiger werden Querschnitt und Geometrie des Kanals.

Ein vorhandenes 100-mm-Loch ist deshalb kein technisches Argument für ein 100-mm-Abluftsystem. Es ist zunächst nur eine vorhandene bauliche Situation.

Was passiert, wenn von 150 auf 100 mm reduziert wird?

Der Motor versucht weiterhin, Luft zu fördern. Der kleinere Querschnitt erhöht jedoch den Widerstand im System. Naber nennt mehrere typische Ursachen für Druckverluste: zu kleine Querschnitte, lange Leitungswege, ungünstige Kanalgeometrien, scharfe Umlenkungen und ungeeignete Materialien.

Die mögliche Folge: Der Dunstabzug erfasst den Kochdunst schlechter, während Lautstärke und Energiebedarf steigen können. Das ist auch der Grund, warum ein größerer Motor allein keine schlechte Abluftplanung kompensiert – mehr Motorleistung repariert keinen zu kleinen Luftweg.

100, 125 oder 150 mm: Wann passt welcher Durchmesser?

100-mm-Abluftsysteme existieren weiterhin und können bei bestehenden Anlagen, kleinen Luftleistungen oder besonderen Einbausituationen vorkommen. Wir würden daraus aber keine allgemeine Empfehlung ableiten. Besonders kritisch betrachten wir 100 mm, wenn das neue Gerät einen 150-mm-Ausgang besitzt, hohe Luftleistungen vorgesehen sind, der Leitungsweg länger wird, mehrere Bögen benötigt werden, ein Kochfeldabzug eingesetzt wird oder ohnehin eine neue Kernbohrung hergestellt werden kann. Dann wäre es widersinnig, zuerst einen leistungsfähigen Dunstabzug zu kaufen und ihm anschließend einen vermeidbaren Engpass zu bauen.

125 mm bietet bereits deutlich mehr freien Querschnitt als 100 mm. Bei passenden Geräten und kurzen, günstigen Leitungswegen kann das eine funktionierende Lösung sein – Naber bietet COMPAIR flow sowohl als 125- als auch als 150-System an. Trotzdem sollte auch 125 mm nicht allein deshalb gewählt werden, weil das Rohr leichter unterzubringen ist. Wir prüfen vorher: Welchen Anschluss fordert das Gerät? Welche Luftleistung soll erreicht werden? Wie lang ist die Leitung? Wie viele Richtungsänderungen gibt es? Welcher Mauerkasten wird eingesetzt? Muss irgendwo reduziert werden? Erst danach lässt sich beurteilen, ob 125 mm sinnvoll sind.

Bei leistungsfähigen modernen Dunstabzugssystemen begegnet uns sehr häufig ein 150-mm-Anschluss; auch Nabers aktuelles COMPAIR PRIME flow arbeitet mit 150-mm-Komponenten. Der größere Querschnitt bietet mehr Reserve für hohe Luftmengen und ermöglicht niedrigere Strömungsgeschwindigkeiten als ein kleineres Rohr. Das bedeutet nicht, dass 150 mm automatisch jedes Problem lösen – drei enge 90-Grad-Bögen, unnötig lange Leitungen und ein ungünstiger Mauerkasten können weiterhin erhebliche Widerstände erzeugen. Aber wenn das Gerät 150 mm verlangt und der bauliche Weg dies ermöglicht, würden wir den Querschnitt nicht ohne guten Grund verkleinern.

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„Ich möchte aber nur eine 100-mm-Kernbohrung“

Das hören wir gelegentlich. Meist steckt dahinter die verständliche Annahme: Ein kleineres Loch bedeutet weniger Aufwand. Bei einer neuen Küchenplanung sollte die Kernbohrung aber nicht möglichst klein, sondern technisch passend ausgeführt werden. Denn die Kernbohrung wird im Idealfall einmal hergestellt – mit den Folgen eines zu kleinen Abluftweges lebt man dagegen während der gesamten Nutzungsdauer der Küche. Ein paar Zentimeter weniger Wandöffnung können langfristig einen unnötigen Engpass im gesamten Abluftsystem verursachen.

150-mm-Abluft bedeutet nicht automatisch 150-mm-Kernbohrung. Ein Mauerkasten mit 150-mm-Systemmaß passt nicht durch eine exakt 150 mm große Kernbohrung – Außendurchmesser des Bauteils und notwendiger Montagespielraum müssen berücksichtigt werden.

Naber nennt für klassische COMPAIR-flow-Mauerkästen folgende Mindest-Kernbohrungen: für einen 100-mm-Mauerkasten mindestens 103 mm, für einen 125-mm-Mauerkasten mindestens 132 mm und für einen 150-mm-Mauerkasten mindestens 162 mm. Welche Bohrung tatsächlich hergestellt werden muss, richtet sich immer nach dem konkret vorgesehenen Mauerkasten. Deshalb legen wir den Wanddurchbruch nicht anhand einer pauschalen Zahl fest, bevor das Abluftsystem feststeht.

Nicht nur das Rohr entscheidet

Nehmen wir an, der Dunstabzug besitzt einen 150-mm-Ausgang und die komplette Leitung wird ebenfalls in 150 mm ausgeführt. Damit ist die Planung noch nicht automatisch gut. Jede Richtungsänderung beeinflusst den Luftstrom. Deshalb verwendet Naber bei seinen strömungsoptimierten Systemen speziell geformte Bögen und Luftleitkörper; nach Herstellerangabe verursachen optimierte Bögen und Umlenkstücke gegenüber konventionellen Lösungen rund 78 bis 90 Prozent weniger Druckverlust.

Praktisch bedeutet das: 150 mm schlecht geplant können schlechter funktionieren als ein sauber geplantes System mit geeignetem Querschnitt. Wir betrachten deshalb den kompletten Weg vom Gerät bis nach draußen – möglichst kurz, mit möglichst wenigen unnötigen Richtungswechseln, ohne abrupte Querschnittsveränderungen und mit strömungsgünstigen Formteilen.

Das beeinflusst nicht nur die maximale Leistung. Eine gute Abluftführung kann dazu beitragen, dass der Dunstabzug bereits auf einer niedrigeren Lüfterstufe ausreichend arbeitet – und genau das bemerkt man im Alltag: weniger Geräusch. Das ist häufig wichtiger als die Frage, welche maximale Kubikmeterzahl im Prospekt steht.

Flachkanal, Rundrohr oder flexibler Schlauch?

Für den Luftstrom ist ein Rundrohr grundsätzlich eine naheliegende Geometrie. In einer Küche lässt es sich aber nicht überall sinnvoll unterbringen: Unter einem Kochfeld, hinter Möbeln oder im Sockel kann ein Flachkanal wesentlich praktikabler sein. Entscheidend ist deshalb nicht einfach „rund gut, flach schlecht“, sondern dass Querschnitt und Form des verwendeten Flachkanals zum benötigten Luftstrom passen. Moderne Systeme sind genau darauf ausgelegt – dieses Thema behandeln wir vertiefend im Ratgeber Flachkanal oder Rundrohr beim Dunstabzug.

Ein flexibler Schlauch ist praktisch bei der Montage. Eine stark strukturierte oder ungünstig verlegte Innenfläche kann strömungstechnisch aber Nachteile gegenüber einem sauber geplanten festen Kanalsystem haben. Naber empfiehlt bei eigenen Komponenten für eine optimale Strömungsleistung ausdrücklich den Anschluss über Rundrohr und sieht Schlauchvarianten vor allem für Situationen vor, in denen technisch keine andere Lösung möglich ist. Einfach zu montieren ist deshalb nicht immer gleichbedeutend mit gutem Luftstrom.

Kochfeldabzug: die Luftführung beginnt im Unterschrank

Bei einem Kochfeldabzug beginnt die Luftführung bereits im Unterschrank. Der Kanal muss häufig hinter Schubladen, durch den Sockel, unter Schränken oder sogar durch den Bodenaufbau geführt werden. Dadurch entscheidet die Abluftplanung unmittelbar über den verfügbaren Stauraum. Genau deshalb sollte bei einem Kochfeldabzug nicht zuerst das Gerät bestellt und anschließend überlegt werden, wo der Kanal noch Platz findet – Gerät, Möbel, Kanal und Wanddurchführung gehören gemeinsam geplant.

Neubau und Modernisierung: unterschiedliche Ausgangslage

Im Neubau ist die beste Kernbohrung diejenige, deren Position und Größe bereits aus der Küchenplanung kommen – nicht irgendeine Öffnung ungefähr dort, wo später vermutlich einmal ein Kochfeld stehen wird. Vor der Ausführung sollten mindestens feststehen: Position des Kochfeldes, Art des Dunstabzugs, Abluft oder Umluft, vorgesehener Kanalquerschnitt, Kanalführung, Position des Mauerkastens und gegebenenfalls die Zuluftversorgung. Gerade bei Kochinseln kann das Auswirkungen auf Estrich, Bodenaufbau oder Installationsführung haben. Eine Küchenplanung, die erst nach Abschluss dieser Arbeiten beginnt, muss anschließend mit den baulichen Vorgaben leben.

Bei einer Modernisierung muss eine vorhandene 100-mm-Bohrung nicht immer vergrößert werden – das wäre genauso pauschal wie die Aussage, 100 mm seien immer ausreichend. Wir prüfen zunächst das vorhandene System und das neue Gerät: Möglicherweise reicht der vorhandene Querschnitt für das ausgewählte Gerät, kann ein anderer Leitungsweg genutzt werden, lässt sich die Kernbohrung vergrößern, oder Umluft ist für die konkrete bauliche Situation die sinnvollere Lösung. Entscheidend ist, dass diese Entscheidung vor Bestellung der Küche und des Dunstabzugs fällt – nicht bei der Montage.

Abluft braucht auch Zuluft

Wer Luft aus einem Gebäude hinausbefördert, muss gleichzeitig dafür sorgen, dass Luft nachströmen kann. Naber weist deshalb bei Abluftsystemen ausdrücklich auf eine ausreichende Luftnachströmung hin. Besondere Aufmerksamkeit ist notwendig, wenn sich im Gebäude eine raumluftabhängige Feuerstätte befindet – dann können zusätzliche sicherheitstechnische Maßnahmen notwendig sein. Das ist kein Detail, das man mit einem größeren Rohrdurchmesser löst: In solchen Situationen müssen Dunstabzug, Zuluft und Feuerstätte gemeinsam betrachtet und die einschlägigen Anforderungen beziehungsweise die zuständigen Fachleute berücksichtigt werden.

Nicht mit dem Wandloch anfangen

Wenn uns jemand fragt „Welche Abluftbohrung brauche ich?“, ist unsere erste Gegenfrage: „Welches Gerät und welcher Luftweg sind geplant?“ Denn erst daraus ergibt sich eine belastbare Antwort. Für viele aktuelle leistungsfähige Systeme landen wir bei 150 mm; 125 mm kann je nach Gerät und Situation sinnvoll sein. 100 mm ist technisch weiterhin möglich, sollte bei einer neuen leistungsfähigen Anlage aber nicht allein deshalb gewählt werden, weil es früher üblich war oder das vorhandene Loch diese Größe hat.

Fazit: Der Dunstabzug endet nicht am Gerätestutzen

Ein guter Dunstabzug besteht nicht nur aus Motor, Filter und Bedienfeld. Zur Anlage gehören ebenso Abluftkanal, Übergänge, Bögen, Mauerkasten, Wanddurchführung und die notwendige Zuluft. Wird einer dieser Bereiche zum Engpass, kann das die Leistung des gesamten Systems beeinflussen. Deshalb planen wir bei einer Abluftküche nicht nur den Dunstabzug – wir planen den Luftweg bis zur Außenwand.

Herstellerquellen

Technische Grundlage dieses Artikels sind die aktuellen Angaben von Naber zu COMPAIR, insbesondere zu COMPAIR flow und zur Kernbohrungsplanung. Querschnitts-, Luftmengen- und Druckverlustangaben sind Herstellerangaben von Naber; sie wurden am 14. September 2026 anhand der veröffentlichten Unterlagen geprüft. Für ein konkretes Projekt gelten immer die aktuellen technischen Daten des ausgewählten Geräts und Mauerkastens.

Bild- und Mediennachweise

Häufige Fragen

Reicht ein 100-mm-Abluftrohr für eine neue Dunstabzugshaube?

Das hängt vom Gerät ab. Bei leistungsfähigen modernen Hauben mit 150-mm-Anschluss wird 100 mm häufig zum Engpass. Bei kleineren Luftleistungen oder bestehenden Anlagen kann 100 mm weiterhin funktionieren.

Warum sollte ein 150-mm-Geräteanschluss nicht auf 100 mm reduziert werden?

Der Querschnitt sinkt dadurch auf weniger als die Hälfte. Die gleiche Luftmenge muss dann deutlich schneller strömen, was Strömungswiderstand, Geräusch und Energiebedarf erhöhen und die Absaugleistung verringern kann.

Wie groß muss die Kernbohrung für einen 150-mm-Mauerkasten sein?

Nach Angaben von Naber mindestens 162 mm für einen 150-mm-Mauerkasten, mindestens 132 mm für einen 125-mm-Mauerkasten und mindestens 103 mm für einen 100-mm-Mauerkasten. Maßgeblich ist immer der konkret eingesetzte Mauerkasten.

Ist ein flexibler Abluftschlauch genauso gut wie ein festes Rohrsystem?

Ein Flexschlauch ist einfacher zu montieren, kann strömungstechnisch aber Nachteile gegenüber einem sauber geplanten festen Kanalsystem haben. Hersteller wie Naber empfehlen für optimale Strömungsleistung in der Regel den Anschluss über Rundrohr.

Muss eine vorhandene 100-mm-Kernbohrung bei einer Küchenmodernisierung immer vergrößert werden?

Nicht zwingend. Ob der vorhandene Querschnitt reicht, hängt vom neuen Gerät, der Luftmenge und dem Leitungsweg ab. Diese Prüfung sollte vor der Bestellung von Küche und Dunstabzug stattfinden, nicht erst bei der Montage.

Abluft für deine Küche prüfen

Bei der Vor-Ort-Beratung prüfen wir den Abluftweg, bevor Kernbohrung, Möbel oder Gerät festgelegt werden: welches Gerät geplant ist, welchen Anschluss es benötigt, ob 100, 125 oder 150 mm sinnvoll sind, wo der Kanal geführt werden kann, welche Bögen notwendig werden, welcher Mauerkasten passt und wie sich die Technik auf Möbel und Stauraum auswirkt.

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