Auf einen Blick
- Der Mauerkasten muss Luft ungehindert nach draußen lassen und die Öffnung gleichzeitig gut verschließen, wenn der Dunstabzug nicht läuft.
- Systemmaß ist nicht automatisch Bohrdurchmesser – verschiedene Naber-Mauerkästen desselben Systemmaßes verlangen unterschiedliche Kernbohrungen.
- Hochwertige Wärmerückhaltesysteme können den Wärmeverlust gegenüber einem einfachen Mauerkasten erheblich senken.
- Bei Kochfeldabzügen liegt der Mauerkasten oft bodennah – dort zählt der Abstand zur tatsächlichen Geländeoberkante, nicht nur zum Fertigfußboden innen.
- Im Neubau kann das Mauerkastensystem bereits in der Rohbauphase vorgesehen werden.
Was macht ein Mauerkasten?
Vereinfacht verbindet er das Abluftsystem mit der Außenfassade. Dazu gehören je nach Ausführung Wanddurchführung, Rückstauklappe beziehungsweise Wärmerückhaltesystem und Außenjalousie. Er soll dabei verhindern, dass unnötig kalte Außenluft ins Gebäude einströmt, Wind durch das System drückt oder Wärme durch die offene Durchführung verloren geht.
Warum eine einfache Rückstauklappe nicht immer genügt
Ein einfaches Klappenblatt verhindert zwar Rückströmung. Energetisch kann eine hochwertige Lösung aber deutlich aufwendiger konstruiert sein. Nabers THERMOBOX verwendet beispielsweise drei magnetisch schließende Klappenpaare, zwischen denen isolierende Luftkammern entstehen. Der Hersteller nennt dafür einen U-Wert von 2,2 W/(m²K) – gegenüber rund 25 W/(m²K) bei einem typischen einfachen Mauerkasten. Die Komponente ist Blower-Door-geprüft und benötigt laut Hersteller einen Öffnungsdruck über 65 Pa. Die Konstruktion arbeitet mechanisch und benötigt keinen elektrischen Anschluss.
„Dann brauche ich bei einem 150er Rohr eine 150-mm-Bohrung"
Das ist genau der Fehler, den man vermeiden sollte. Systemmaß ist nicht automatisch Bohrdurchmesser. Nabers allgemeine Montagehinweise nennen für klassische Mauerkästen folgende Mindest-Kernbohrungen:
| Systemmaß | Mindest-Kernbohrung |
|---|---|
| 100 mm | 103 mm |
| 125 mm | 132 mm |
| 150 mm | 162 mm |
Aber selbst diese Tabelle ist keine universelle Zahl für jeden Naber-Mauerkasten. Beim älteren E-Jal flow 150 nennt das konkrete Produkt beispielsweise rund 155 mm Wanddurchbruch. Beim aktuellen PRIME-flow-P-Turbo nennt Naber 162 oder 164 mm Kernloch. Die richtige Konsequenz lautet deshalb: erst Mauerkasten festlegen, dann Bohrdurchmesser angeben – nicht umgekehrt.
Die Wandstärke spielt ebenfalls eine Rolle
Mauerkästen sind meist teleskopier- oder kürzbar. Beim PRIME-flow-P-Turbo nennt Naber beispielsweise eine maximale Wanddicke von 550 mm und eine Kürzbarkeit bis 220 mm. Beim älteren E-Jal flow liegen die Herstellerangaben dagegen bei einer Einbautiefe von 350 bis 500 mm und einer möglichen Kürzung bis rund 290 mm. Auch deshalb braucht man das konkrete Produkt, nicht nur das Systemmaß.
Kochfeldabzug: Warum der Mauerkasten plötzlich 30 cm über dem Boden sitzt
Beim klassischen Dunstabzug liegt der Wanddurchgang häufig relativ hoch. Bei einem Kochfeldabzug verläuft der Kanal dagegen oft im Sockel oder Bodenbereich, deshalb ist es technisch sinnvoll, auch relativ bodennah nach draußen zu gehen. Naber hat seinen Turbo-Mauerkasten ausdrücklich für solche Downdraft- beziehungsweise Muldenlüfter-Anwendungen entwickelt und verlangt bei bodennaher Montage mindestens 200 mm Abstand zur Geländeoberkante.
Das ist ein wichtiger Planungspunkt: Innen kann die Bohrung beispielsweise 300 mm über Fertigfußboden perfekt passen. Außen muss gleichzeitig geprüft werden, wo das tatsächliche Gelände liegt.
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Warum kann man nicht einfach irgendeine Außenjalousie montieren?
Auch außen muss die Luft umgelenkt werden. Eine ungünstige Jalousie erzeugt zusätzlichen Widerstand. Naber arbeitet deshalb bei verschiedenen Modellen mit speziell gestalteten Lamellen beziehungsweise Luftleitkörpern; beim Turbo-Modell soll die Geometrie den austretenden Luftstrom von der Fassade wegführen. Das ist insbesondere bei bodennahen Auslässen interessant – fett- und feuchtehaltige Abluft soll nicht unmittelbar an der Außenwand entlanggeführt werden.
Neubau: Mauerkasten früh festlegen
Im Neubau kann das Mauerkastensystem bereits während der Rohbauphase vorgesehen werden. Naber trennt beim PRIME-System sogar Rohbau- und Küchenmontage: Das Rohbauset wird zunächst in die Wand eingesetzt und durch Hartschaumstopfen während der weiteren Bauphase geschützt. Später entfernt der Küchenmonteur die Stopfen und ergänzt Wärmerückhaltesystem und Außenjalousie. Das ist deutlich sauberer, als nach fertigem Putz und Estrich festzustellen, dass der Abluftdurchgang an der falschen Stelle sitzt.
„Dann mache ich vorsichtshalber einfach ein größeres Loch"
Auch das ist nicht automatisch die Lösung. Eine Kernbohrung sollte zum vorgesehenen Wanddurchführungssystem passen. Zu groß bedeutet mehr Ausgleich, mehr Abdichtungsaufwand und möglicherweise eine konstruktiv schlechtere Montage. Die Bohrung sollte deshalb nicht möglichst groß sein, sondern richtig dimensioniert.
Kann man einen alten Mauerkasten weiterverwenden?
Manchmal. Die Frage ist dann: Passt sein Querschnitt zur neuen Anlage? Ist die Rückstauklappe intakt? Wie gut dichtet die Durchführung? Passt der Anschluss zum neuen Kanal? Naber bietet seine THERMOBOX beispielsweise auch zum Nachrüsten vorhandener kompatibler Mauerkästen an. Das kann bei einer Modernisierung interessant sein, ersetzt aber nicht die Prüfung des gesamten vorhandenen Abluftweges.
Kernbohrung erst nach der Abluftplanung
Wenn wir die Küche planen, legen wir gemeinsam fest, welches Abluftsystem verwendet wird, welcher Mauerkasten vorgesehen ist, wo der Wanddurchbruch liegen muss und welchen Durchmesser das konkrete Bauteil benötigt. Dann bekommt Maurer, Kernbohrer oder Kunde eine konkrete technische Vorgabe statt einer Schätzung.
Fazit
Der Mauerkasten ist kein dekoratives Endstück für ein Abluftrohr, sondern Bestandteil der Lüftungsanlage. Darum sollten Gerät, Kanal, Querschnitt, Position, Mauerkasten und Kernbohrung gemeinsam feststehen – nicht nach dem Prinzip „der Maurer macht schon mal ein Loch".
Herstellerquellen
Die technischen Angaben stammen von Naber zur Kernbohrungsplanung, zur THERMOBOX und zum Turbo-Mauerkasten. Für ein konkretes Projekt gelten die aktuellen technischen Daten des ausgewählten Mauerkastens. Mehr zu Durchmessern und Kanalführung in den Ratgebern Abluftrohr: 100, 125 oder 150 mm? und Flachkanal oder Rundrohr beim Dunstabzug.
Häufige Fragen
Muss die Kernbohrung genau dem Systemmaß des Rohres entsprechen?
Nein. Ein Mauerkasten mit 150-mm-Systemmaß benötigt eine größere Kernbohrung, da Außendurchmesser des Bauteils und Montagespielraum berücksichtigt werden müssen. Naber nennt für 150-mm-Mauerkästen je nach Produkt zwischen rund 155 und 164 mm Kernbohrung.
Wie stark reduziert ein hochwertiger Mauerkasten den Wärmeverlust?
Deutlich. Naber nennt für seine THERMOBOX einen U-Wert von 2,2 W/(m²K), gegenüber rund 25 W/(m²K) bei einem einfachen Mauerkasten ohne Wärmerückhaltesystem.
Warum sitzt der Mauerkasten bei einem Kochfeldabzug oft so tief?
Weil der Abluftkanal bei Muldenlüftern häufig im Sockel oder Bodenbereich verläuft. Der Wanddurchbruch liegt deshalb bodennah, muss aber mindestens 200 mm über der tatsächlichen Geländeoberkante außen liegen.
Kann man einfach eine größere Kernbohrung machen, um sicherzugehen?
Das ist keine gute Lösung. Eine zu große Bohrung bedeutet mehr Ausgleichsaufwand, mehr Abdichtung und eine konstruktiv schlechtere Montage. Die Bohrung sollte exakt zum vorgesehenen Mauerkasten passen.
Kann ein alter Mauerkasten bei einer neuen Küche weiterverwendet werden?
Möglich, muss aber geprüft werden: Querschnitt, Zustand der Rückstauklappe, Dichtigkeit und Anschluss zum neuen Kanal müssen zur neuen Anlage passen. Manche Komponenten wie die THERMOBOX lassen sich auch nachrüsten.
Küche und Abluftweg gemeinsam planen
Bei der Vor-Ort-Beratung legen wir Abluftsystem, Mauerkasten, Position und Kernbohrung fest, bevor gebohrt wird – damit Maurer, Kernbohrer und Küchenmontage eine verbindliche Vorgabe statt einer Schätzung bekommen.
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