Auf einen Blick
- Stauraum ist eine Nutzungsfrage, keine Schrankzählung – Maßstab ist die schnelle, ergonomische Erreichbarkeit des Inhalts (AMK), nicht das Volumen.
- Erst inventarisieren (täglich, regelmäßig, selten), dann Schrankbreiten und Innenorganisation festlegen.
- Häufig Genutztes in komfortable Greifbereiche; Seltenes darf oben oder hinten liegen.
- Ein kleiner, ganz einsehbarer Auszug ist oft wertvoller als ein tiefer Schrank, in dem Dinge hintereinander verschwinden.
Stauraum ist eine Nutzungsfrage, keine Schrankzählung
Bei der Küchenplanung wird Stauraum oft in Metern gedacht: möglichst viele Unterschränke, Hochschränke bis zur Decke und jede Ecke ausnutzen. Das klingt logisch, löst aber nicht automatisch das eigentliche Problem.
Ein tiefer Schrank kann viel Volumen besitzen und trotzdem schlecht nutzbar sein, wenn täglich benötigte Dinge hintereinander stehen. Ein kleiner Auszug kann im Gegenzug wertvoller sein, wenn sein kompletter Inhalt mit einem Handgriff sichtbar wird.
Die AMK betont bei moderner Stauraumplanung die schnelle, leichte und ergonomische Erreichbarkeit des Stauguts. Genau das ist der entscheidende Maßstab: Nicht wie viel in einen Schrank hineinpasst, sondern wie gut der Inhalt im Alltag erreicht und wieder verstaut werden kann.
Erst inventarisieren, dann Schränke planen
Bevor Schrankbreiten festgelegt werden, lohnt sich eine einfache Bestandsaufnahme. Welche Dinge werden täglich gebraucht? Welche nur am Wochenende? Welche Geräte stehen heute auf der Arbeitsplatte, weil im Schrank kein sinnvoller Platz vorhanden ist?
- Täglich: Besteck, Teller, Gläser, Kaffee, Gewürze, häufig genutzte Töpfe und Küchenhelfer.
- Regelmäßig: Backformen, Vorräte, Schüsseln, kleine Elektrogeräte.
- Selten: große Bräter, Fondue, Spezialgeräte, saisonales Geschirr.
Aus dieser Reihenfolge ergibt sich die Lage. Häufig verwendete Dinge gehören in komfortable Greifbereiche. Seltene Gegenstände dürfen weiter oben oder weiter hinten lagern. Dadurch wird die Küche im Alltag schneller, ohne dass ein einziger Schrank zusätzlich gekauft werden muss.
Stauraum planen wir vom Inhalt aus
Wer vorher weiß, was untergebracht werden soll, kann Schrankbreiten und Innenorganisation gezielter auswählen und vermeidet teuren Stauraum, der später schlecht genutzt wird.
Auszüge machen Tiefe nutzbar
Unterschränke sind tief. Bei klassischen Türen liegt ein Teil des Inhalts weit hinten. Auszüge bringen den Stauraum nach vorne und machen ihn von oben einsehbar. Besonders bei Töpfen, Pfannen, Vorräten und Geschirr ist das häufig ergonomischer.

Auszüge machen den kompletten Inhalt eines tiefen Unterschranks auf einen Blick sichtbar und greifbar.
Das bedeutet nicht, dass jede Tür schlecht ist. Unter der Spüle, bei bestimmten Geräten oder für sehr hohe Gegenstände können andere Lösungen sinnvoll sein. Entscheidend ist, welche Gegenstände an der jeweiligen Stelle lagern.
Auch die Innenorganisation sollte nicht übertrieben werden. Ein perfekt unterteiltes Schubkastensystem sieht im Prospekt hervorragend aus, kann aber unflexibel werden, wenn sich Geschirr oder Geräte ändern. Gute Einteilungen unterstützen Ordnung, ohne jeden Zentimeter dauerhaft festzulegen.
Vorbereitet ins Erstgespräch: die 5 Punkte, die vorher geklärt sein sollten
- „Planungshilfe: Erst den Raum verstehen, dann die Küche planen"6 Seiten zum Ausfüllen · Alltag, Raum, Funktion, Wirkung, Budget
Hochschränke: viel Volumen, aber nicht alles ist gleich gut erreichbar
Deckenhohe Schränke nutzen Raum effektiv. Gerade in kleineren Küchen kann das sehr sinnvoll sein. Die oberen Bereiche eignen sich allerdings eher für selten verwendete Gegenstände als für den täglichen Frühstücksteller.
Eine hohe Schrankwand kann außerdem gestalterisch Ruhe erzeugen, weil Geräte und Vorräte gebündelt werden. Gleichzeitig darf sie einen kleinen Raum nicht unnötig erdrücken. Farbe, Position und angrenzende freie Flächen beeinflussen die Wirkung.
Vorratsschränke funktionieren besonders gut, wenn der Inhalt übersichtlich sichtbar wird. Innenauszüge, gut angeordnete Fachböden oder andere Zugriffssysteme können dabei helfen. Die AMK zeigt regelmäßig Lösungen, bei denen der gesamte Schrankinhalt beim Öffnen besser erreichbar wird.

Ein herausziehbares Auszugssystem macht auch die hinteren Fachböden eines Hochschranks vollständig einsehbar.
Ecken sind nicht automatisch wertvoller Stauraum
Eckschränke versprechen, einen schwer zugänglichen Bereich zu nutzen. Mit geeigneten Beschlägen kann das gut funktionieren. Trotzdem sollte nicht jede Ecke zwangsläufig mit möglichst komplexer Technik gefüllt werden.
Ein Eckschrank benötigt Beschläge, definierte Öffnungen und bestimmte Schrankbreiten. Je nach Grundriss kann eine tote Ecke mit breiteren, gut nutzbaren Auszügen daneben die bessere Lösung ergeben.
Deshalb sollte die Planung nicht fragen: „Wie holen wir aus der Ecke jeden Liter heraus?“ Sondern: „Welche Lösung bietet insgesamt den besten zugänglichen Stauraum?“
Arbeitsfläche ist ebenfalls Stauraum – nur anders herum
Eine zugestellte Arbeitsplatte ist häufig ein Hinweis auf fehlenden oder falsch geplanten Stauraum. Kaffeemaschine, Toaster oder Messer dürfen selbstverständlich sichtbar bleiben, wenn sie täglich genutzt werden. Wenn aber Küchenmaschine, Mixer, Ölflaschen, Gewürze und Vorratsdosen mangels Alternative dauerhaft auf der Platte stehen, schrumpft die eigentliche Arbeitsfläche.
Der Burger-Katalog 2026/2027 formuliert passend dazu, dass clever kombinierter Stauraum Platz zum Arbeiten und für persönliche Akzente schafft. Das ist ein gutes Planungsziel: Nicht die vollkommen leere Arbeitsplatte, sondern genug freie Fläche, damit die Küche benutzbar bleibt.
Schmale Lücken können wertvoll sein
Nicht jeder schmale Auszug ist ein Lückenfüller. An der richtigen Stelle kann eine geringe Breite ideal für Öle, Gewürze, Bleche, Handtücher oder Reinigungsutensilien sein.
Entscheidend ist aber die Position. Ein schmaler Gewürzauszug am anderen Ende der Küche hilft wenig, wenn täglich am Kochfeld gewürzt wird. Stauraum wird durch Nähe zur Nutzung wertvoll.
Sieben Fragen für eine bessere Stauraumplanung
- Welche Dinge liegen heute ständig auf der Arbeitsplatte, obwohl sie dort nicht bleiben sollen?
- Welche Gegenstände werden täglich benutzt?
- Welche schweren Dinge stehen aktuell zu hoch oder zu tief?
- Welche Vorräte werden tatsächlich in der Küche gelagert?
- Gibt es einen Hauswirtschafts- oder Vorratsraum?
- Wo entstehen heute unübersichtliche Stapel?
- Welche Geräte könnten in einer gut zugänglichen Nische oder einem Schrank verschwinden?
Wer diese Fragen beantwortet, hat bereits mehr für guten Stauraum getan als mit der pauschalen Forderung nach „möglichst vielen Schränken“.
Mehr nutzbarer Stauraum statt mehr Möbel
Bei Klas Küchen® betrachten wir Stauraum als Teil des Arbeitsablaufs. Dadurch entsteht eine Küche, in der Dinge dort liegen, wo sie gebraucht werden.
Verwendete Fach- und Herstellerquellen
- Burger Küchenmöbel, Kitchen Collection 2026/2027: Stauraum- und Innenorganisationsbeispiele für offene Wohnküchen.
- Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK): Veröffentlichungen zur individuellen Stauraumplanung, ergonomischen Erreichbarkeit, Innenausstattung und Vorratsorganisation.
Häufige Fragen
Sind Auszüge immer besser als Schränke mit Türen?
Nein. Auszüge sind besonders für häufig benötigte Gegenstände in tiefen Unterschränken komfortabel. Türen können für hohe Gegenstände, bestimmte Geräte oder spezielle Situationen sinnvoller sein.
Sollte man Küchen immer deckenhoch planen?
Deckenhohe Schränke schaffen viel Volumen und können gestalterisch ruhig wirken. Ob sie sinnvoll sind, hängt von Raumhöhe, Proportionen, benötigtem Stauraum und Erreichbarkeit ab.
Lohnt sich ein Eckschrank?
Das hängt vom Grundriss und Beschlag ab. Ein guter Eckbeschlag kann Stauraum zugänglich machen. In anderen Planungen liefern breite Auszüge neben einer ungenutzten Ecke den besseren nutzbaren Stauraum.
Stauraum beginnt mit deinem Alltag
Wir planen nicht nur Schrankmeter. Wir schauen, welche Dinge du wirklich unterbringen möchtest und wo sie im täglichen Ablauf sinnvoll liegen. Bei der Vor-Ort-Beratung prüfen wir Maße, Bestand und Abläufe im tatsächlichen Raum.
Stauraumbedarf einordnen lassen