Auf einen Blick
- Der Hauswirtschaftsraum ist kein Resteraum – die Planung beginnt mit einer Bestandsaufnahme der Abläufe, nicht mit der Zahl der Schränke.
- Vier Zonen reichen meist: Wäsche, Reinigung, Vorräte, Haushaltsorganisation – jede mit festem Platz.
- Häufig Genutztes in gute Greifbereiche; hohe, schmale Gegenstände (Bügelbrett, Leiter, Wischer) brauchen eine Zone ohne Zwischenböden.
- Eine Spüle ist optional – nur sinnvoll, wenn eine wiederkehrende Aufgabe sie erleichtert; sonst ist Stau- oder Arbeitsfläche wertvoller.
Der Hauswirtschaftsraum ist kein Resteraum
Viele Hauswirtschaftsräume entstehen erst ganz am Ende der Grundrissplanung. Was in Küche, Bad und Wohnbereich keinen Platz findet, wandert dorthin. Waschmaschine, Getränkekisten, Staubsauger, Putzmittel, Vorräte, Wäschekorb und vielleicht noch die Haustechnik teilen sich anschließend wenige Quadratmeter.
Das Problem ist nicht unbedingt die Raumgröße. Häufig fehlt eine klare Ordnung der Funktionen. Ein gut geplanter Hauswirtschaftsraum beginnt deshalb nicht mit der Frage nach möglichst vielen Schränken, sondern mit einer Bestandsaufnahme: Was passiert hier tatsächlich jeden Tag, jede Woche und nur gelegentlich?
Im Neubau lässt sich diese Zuordnung am wirkungsvollsten schon vor den Anschlussarbeiten klären, wie Küche im Neubau planen beschreibt.
Auch der Burger-Katalog 2026/2027 zeigt den Hauswirtschaftsraum ausdrücklich als eigenständigen, wohnlich geplanten Funktionsraum und nicht als Abstellkammer. Entscheidend ist aber nicht das gezeigte Möbelprogramm, sondern das Prinzip dahinter: Funktionen werden zusammengefasst und bekommen feste Plätze.
Vier Zonen reichen für die meisten Planungen
Für viele Haushalte lässt sich der Raum sinnvoll in vier Bereiche gliedern. Die genaue Aufteilung hängt davon ab, ob der Hauswirtschaftsraum direkt an die Küche anschließt, ob dort gewaschen wird und wie viel Vorrat außerhalb der Küche gelagert werden soll.
- Wäsche: Waschmaschine, Trockner, Wäschekörbe, Waschmittel und eine Fläche zum Sortieren oder Zusammenlegen.
- Reinigung: Staubsauger, Besen, Wischer, Eimer, Tücher und Reinigungsmittel.
- Vorräte: Getränke, trockene Lebensmittel, Haushaltsrollen und größere Verpackungseinheiten.
- Haushaltsorganisation: Recycling, Leergut, Einkaufstaschen, Tierbedarf oder selten genutzte Küchengeräte.

Ein Auszug mit mehreren Fächern kann Wäsche direkt beim Anfallen nach Farbe oder Programm trennen.
Wer diese Zonen vor der Möblierung festlegt, erkennt schnell, welche Schrankhöhen, Auszüge und offenen Abstellflächen wirklich gebraucht werden. Ein hoher Schrank kann für Staubsauger und Besen sinnvoller sein als drei zusätzliche Fachböden. Umgekehrt ist für Getränkekisten oft eine robuste, frei zugängliche Stellfläche praktischer als ein aufwendiger Auszug.
Erst Nutzung, dann Schrankaufteilung
Wenn Küche und Hauswirtschaftsraum gemeinsam geplant werden, lässt sich Stauraum gezielt verschieben. Dinge, die nicht täglich in der Küche gebraucht werden, müssen dort keinen wertvollen Platz blockieren.
Waschmaschine und Trockner: ergonomisch denken, aber nicht dogmatisch
Höher eingebaute Geräte können das Be- und Entladen angenehmer machen. Trotzdem sollte man nicht einfach beide Maschinen möglichst hoch setzen. Waschmittel, Wäschekorb, Türöffnung, Arbeitsfläche und die konkrete Körpergröße gehören zusammen betrachtet.
Bei übereinandergestellten Geräten wird Bodenfläche gespart. Nebeneinander angeordnete Maschinen ermöglichen dagegen eine durchgehende Arbeitsfläche darüber. Welche Variante besser ist, hängt vom Raum und vom Ablauf ab. Wer Wäsche direkt sortiert und zusammenlegt, profitiert häufig stärker von Arbeitsfläche. Wer jeden Quadratmeter Bodenfläche benötigt, kann die vertikale Lösung bevorzugen.
Auch Wasseranschluss, Abwasser, Steckdosen, Belüftung und die Herstellervorgaben der Geräte müssen früh feststehen. Möbel dürfen Wartung und Geräteaustausch nicht unnötig erschweren.
Vorbereitet ins Erstgespräch: die 5 Punkte, die vorher geklärt sein sollten
- „Planungshilfe: Erst den Raum verstehen, dann die Küche planen"6 Seiten zum Ausfüllen · Alltag, Raum, Funktion, Wirkung, Budget
Stauraum heißt nicht: alles hinter Türen verstecken
Geschlossene Fronten lassen einen Hauswirtschaftsraum ruhig wirken. Trotzdem muss nicht jeder Gegenstand in einen Schrank. Was täglich benutzt wird, sollte ohne unnötige Handgriffe erreichbar sein. Ein Wäschekorb, der ständig aus einem Hochschrank herausgezogen werden muss, kann im Alltag lästiger sein als eine bewusst geplante offene Nische.
Die AMK betont bei Stauraumplanung die schnelle und ergonomische Erreichbarkeit. Dieses Prinzip gilt im Hauswirtschaftsraum genauso wie in der Küche. Häufig genutzte Dinge gehören in gute Greifbereiche; selten benötigte Vorräte dürfen weiter oben oder weiter hinten liegen.
Besonders wichtig sind hohe, schmale Gegenstände. Bügelbrett, Leiter, Staubsaugerrohr und Wischer passen schlecht in klassische Fachbodenschränke. Dafür sollte mindestens eine ausreichend hohe Zone ohne störende Zwischenböden vorgesehen werden.

Wird der Hauswirtschaftsraum zugleich als Ankleide- oder Eingangsbereich genutzt, lassen sich auch Schuhe und Alltagsgegenstände über durchdachte Auszugssysteme statt offener Stapel organisieren.
Vorräte aus der Küche auslagern – aber nur sinnvoll
Ein angrenzender Hauswirtschaftsraum kann die Küche deutlich entlasten. Getränkevorräte, Küchenpapier, Konserven oder selten benötigte Geräte müssen dann nicht zwangsläufig in den Küchenschränken untergebracht werden.
Der kurze Weg ist dabei entscheidend. Ein Vorratsraum am anderen Ende des Hauses spart zwar Schrankvolumen, erzeugt aber neue Laufwege. Liegt der Hauswirtschaftsraum unmittelbar neben der Küche, können beide Räume funktional zusammenspielen. Genau diesen raumübergreifenden Ansatz beschreibt auch die AMK bei modernen Wohn- und Funktionsbereichen.
Bei Lebensmitteln müssen außerdem Temperatur, Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung berücksichtigt werden. Nicht jeder technische Hauswirtschaftsraum ist automatisch ein geeigneter Vorratsraum.
Eine Spüle kann sinnvoll sein – ist aber kein Pflichtprogramm
Ein zusätzliches Becken ist praktisch, wenn im Raum häufig verschmutzte Gegenstände gereinigt, Blumen versorgt, Eimer gefüllt oder stark verschmutzte Textilien vorbehandelt werden. Wer den Raum dagegen hauptsächlich zum Waschen und Lagern nutzt und die Küchenspüle direkt nebenan hat, benötigt nicht automatisch einen zweiten Wasserplatz.
Jeder zusätzliche Anschluss kostet Platz und Geld. Deshalb sollte die Frage lauten: Welche wiederkehrende Aufgabe wird durch die Spüle tatsächlich leichter? Gibt es darauf keine klare Antwort, kann die Fläche für Stauraum oder eine Arbeitsplatte wertvoller sein.
Licht, Steckdosen und Lüftung nicht vergessen
Ein Hauswirtschaftsraum wird schnell technisch geplant und gestalterisch vernachlässigt. Gerade dort braucht es aber gutes Licht. Flecken auf Textilien, Sortierarbeiten und die Suche in Schränken funktionieren mit einer einzelnen dunklen Deckenleuchte schlecht.
Steckdosen sollten nicht nur für Waschmaschine und Trockner vorgesehen werden. Staubsauger, Akkuladegeräte, Bügeleisen oder andere Geräte benötigen ebenfalls sinnvolle Anschlüsse. Wer später Mehrfachsteckdosen quer durch den Raum legt, hat an der falschen Stelle gespart.
Feuchtigkeit durch Wäsche und Geräte muss ebenfalls berücksichtigt werden. Welche Lüftung erforderlich ist, hängt von Raum, Gebäude und Geräten ab und gehört in die technische Planung.
Die bessere Frage: Was soll aus der Küche verschwinden?
Bei einem neuen Küchenprojekt lohnt sich ein Perspektivwechsel. Statt zuerst zu fragen, wie viele Hochschränke in die Küche passen, kann man prüfen, welche Dinge dort überhaupt täglich gebraucht werden.
Getränkekisten, Vorratspackungen, Reinigungsmittel, Wäschepflege und Haushaltsgeräte können in einem gut angebundenen Hauswirtschaftsraum besser aufgehoben sein. Dadurch gewinnt die Küche nicht nur Stauraum, sondern oft auch Ruhe und mehr nutzbare Arbeitsfläche. Geht es dagegen nicht um Lagerung, sondern um lautes Kochen, Dünste oder unaufgeräumtes Geschirr während des Kochens selbst, zielt Schmutzküche: Lohnt sich eine zweite, versteckte Arbeitsküche? auf eine andere Frage.
Küche und Hauswirtschaftsraum zusammen denken
Die größte Wirkung entsteht nicht durch einen besonders aufwendigen Hauswirtschaftsraum, sondern durch eine sinnvolle Aufgabenteilung zwischen den Räumen.
Verwendete Fach- und Herstellerquellen
- Burger Küchenmöbel, Kitchen Collection 2026/2027: Beispiel Marie mit einem wohnlich geplanten Hauswirtschaftsraum.
- Burger Küchenmöbel, Marie 150: Herstellerdarstellung des Hauswirtschaftsraums als praktische und wohnliche Funktionszone.
- Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK): Veröffentlichungen zu raumübergreifender Planung, Hauswirtschaftsbereichen, Stauraum und ergonomischer Erreichbarkeit.
Häufige Fragen
Wie groß sollte ein Hauswirtschaftsraum sein?
Eine pauschale Mindestgröße gibt es für eine normale private Komfortplanung nicht. Entscheidend sind die Funktionen: Wäschepflege, Reinigung, Vorräte und Technik benötigen unterschiedliche Stell- und Bewegungsflächen. Ein kleiner Raum kann sehr gut funktionieren, wenn seine Aufgaben klar begrenzt sind.
Braucht ein Hauswirtschaftsraum eine Spüle?
Nein. Eine Spüle ist sinnvoll, wenn dort regelmäßig Wasser für Reinigung, Vorbehandlung von Wäsche oder ähnliche Tätigkeiten gebraucht wird. Ohne konkreten Nutzen kann Arbeits- oder Stauraum wertvoller sein.
Sollten Waschmaschine und Trockner hochgebaut werden?
Das kann ergonomisch angenehm sein, ist aber keine pauschal beste Lösung. Arbeitsfläche, Türöffnung, Geräteaustausch, Körpergröße und vorhandener Raum sollten gemeinsam betrachtet werden.
Mehr Ordnung beginnt oft neben der Küche
Wenn ein Hauswirtschaftsraum vorhanden oder im Umbau möglich ist, planen wir ihn nicht als Restfläche. Wir prüfen, welche Funktionen er der Küche abnehmen kann und wie beide Räume sinnvoll zusammenspielen. Bei der Vor-Ort-Beratung prüfen wir Maße, Bestand und Abläufe im tatsächlichen Raum.
Hauswirtschaftsraum einordnen lassen