Die drei Lösungen auf einen Blick
- Pocket Doors: Die Fronten werden geöffnet und seitlich in eine Möbeltasche eingeschoben. Der Arbeitsbereich liegt komplett frei, die Tasche kostet aber Möbelbreite. BAUFORMAT bietet Pocketdoor-Systeme im Küchenprogramm an, für individuelle Möbel gibt es Beschläge wie Blum REVEGO oder Hawa Concepta.
- Falttüren: Zwei Türflügel falten sich beim Öffnen zusammen. Hettich WingLine L bewegt laut Hersteller Türflügel bis 25 kg und 2.400 mm Höhe – ohne seitliche Einschubtasche.
- Gerätegarage/Aufsatzschrank: Geräte stehen einsatzbereit auf der Arbeitsfläche und verschwinden hinter einer Dreh-, Klapp- oder Liftfront. Oft die einfachste Lösung.
- Steckdosen, Licht und die Lüftungsvorgaben der Geräte müssen vor dem Möbelbau feststehen.
Das eigentliche Problem sind nicht die Küchengeräte
Kaffeemaschine, Toaster, Wasserkocher und Küchenmaschine haben etwas gemeinsam: Sie sollen sofort einsatzbereit sein. Wer sie täglich benutzt, möchte sie nicht jedes Mal aus einem Unterschrank heben, anschließen und wieder verstauen. Also bleiben sie auf der Arbeitsplatte stehen.
Damit entsteht das nächste Problem: Aus einer großzügig geplanten Arbeitsfläche wird eine dauerhafte Abstellfläche für Elektrogeräte, Kabel, Kaffeebohnen, Brot und Zubehör. Besonders in offenen Wohnküchen fällt das auf, weil die Küche permanent Teil des Wohnraums ist.
Die Lösung ist deshalb nicht, die Geräte weiter wegzuräumen, sondern ihnen einen festen Arbeitsplatz zu geben, der bei Bedarf geöffnet und danach wieder geschlossen wird. Dafür gibt es mehrere konstruktiv sehr unterschiedliche Möglichkeiten.
Was ist eine Pocket Door in der Küche?
Bei einer Pocket Door wird die Möbelfront zunächst wie eine normale Tür geöffnet und anschließend seitlich in eine Tasche im Möbel eingeschoben. Im geöffneten Zustand stehen vor der Funktionszone keine Drehtüren.
Dadurch können hinter den Fronten nicht nur Einlegeböden liegen, sondern ein kompletter Arbeitsbereich mit Arbeitsplatte, Steckdosen, Beleuchtung und Stauraum. Pocket Doors werden deshalb gern für Kaffee- und Frühstücksstationen, Bars, Gerätebereiche oder ganze versteckbare Küchenzeilen eingesetzt. Geschlossen wirkt die Fläche wie eine ruhige Schrankfront, geöffnet entsteht ein Arbeitsplatz.
Pocket Doors bei BAUFORMAT: die Systemlösung
BAUFORMAT bietet Pocketdoor-Systeme direkt im Küchenprogramm an und zeigt sie ausdrücklich als Möglichkeit, geschlossene Wohnmöbel in offene Funktionsbereiche zu verwandeln – etwa um eine Küchenzeile oder einen Gerätebereich hinter ruhigen Fronten zu verbergen.

Geschlossen: Die Küche verschwindet hinter einer durchgehenden, raumhohen Holzfront.

Beim Öffnen: Die Fronten falten sich zusammen, bevor sie seitlich eingeschoben werden.

Geöffnet: Die Fronten sind seitlich eingeschoben, die Küchenzeile liegt vollständig frei.
Das ist interessant, wenn die Lösung innerhalb der Systemküche funktioniert: Fronten, Raster und Küchenplanung bleiben aus einer Hand, und der Pocket-Bereich passt optisch nahtlos zu den übrigen Schränken. Eine Durchgangstür zu einem Nebenraum ist dagegen eine eigene Tür- und Innenausbaulösung und muss getrennt geplant werden.
Tischlerlösung: Hawa Concepta
Für individuelle Möbel gibt es eine zweite Ebene. Hawa Concepta III ist ein Dreh-/Einschiebebeschlag: Die Tür wird um etwa 90 Grad gedreht und anschließend seitlich in eine Möbeltasche eingeschoben. Bei Hawa Folding Concepta wird die Front zunächst gefaltet und dann eingeschoben – so können auch breitere Frontabschnitte verschwinden.
Die Concepta-III-Familie ist laut Hawa für Türhöhen von etwa 1.200 bis 2.700 mm ausgelegt, je nach Variante für Türgewichte zwischen 6 und 35 kg und Breiten zwischen etwa 440 und 750 mm. Das sind keine frei übertragbaren Universalmaße – die konkrete Beschlagvariante muss zur Front gerechnet werden. Dafür bietet Hawa eigene Planungswerkzeuge.
Pocket-System zum Einbauen: Blum REVEGO
Ein weiteres konkretes System für das Pocket-Prinzip ist REVEGO von Blum. Die Türen öffnen durch leichtes Antippen und werden dann in das sogenannte Pocket geführt – einen schmalen Korpus seitlich am Möbel, in dem auch die komplette Beschlagtechnik steckt. Blum bietet REVEGO als uno für Einzeltüren und als duo für Doppeltüren an.

Geräte, Arbeitsnische und Vorräte hinter Pocket Doors: Die Fronten verschwinden seitlich in der Möbelzeile. Foto: Blum.
Das System gibt es seit 2021. Zur interzum 2025 hat Blum es überarbeitet: Die aktuelle Version ist laut Blum für Fronthöhen von 1.130 bis 2.980 mm ausgelegt, mit harmonischerem Bewegungsablauf und einfacherer Verarbeitung und Montage. Damit lassen sich nicht nur raumhohe Möbelzeilen planen, sondern auch Aufsatzschränke – Blum nennt ausdrücklich die versteckte Kaffeebar im Aufsatzschrank als Beispiel. Ohne Innenkorpus lässt sich REVEGO laut Blum sogar als eine Art Durchgangstür einsetzen, etwa zu einer Vorratskammer.

Versteckte Kaffeebar in der Wohnwand: Geöffnet ist sie Arbeitsplatz, geschlossen wieder ruhige Möbelfront. Foto: Blum.
| REVEGO laut Blum | uno (Einzeltür) | duo (Doppeltür) |
|---|---|---|
| Pocketbreite | 100 mm | 150 mm |
| Frontbreite | 442–898 mm | 442–748 mm |
| Fronthöhe | 1.130–2.980 mm | 1.130–2.980 mm |
| Frontgewicht | bis 35 kg je Front | bis 35 kg je Front |
| Einbautiefe | ab 573 mm | ab 573 mm |
Die festen Pocketbreiten machen gut sichtbar, was ein Pocket-System kostet: 100 oder 150 mm Möbelbreite je Pocket, die nicht als Stauraum zur Verfügung stehen. Dafür verschwindet die Front im geöffneten Zustand vollständig – anders als bei einer Falttür wie WingLine L, deren gefaltetes Türpaket seitlich sichtbar bleibt.
Der Nachteil von Pocket Doors: Die Türen brauchen Platz
Eine Front verschwindet nicht in Luft. Sie fährt in eine seitliche Tasche, und diese Tasche benötigt Möbelbreite. Ein Teil der Frontbreite wird zur Technikzone und steht nicht als normaler Stauraum zur Verfügung. Hinzu kommen Beschlagtechnik, Korpusaufbau und die Anforderungen an eine präzise Montage.
Bei einer großen Funktionszone kann sich dieser Aufwand lohnen. Wenn dagegen nur Kaffeemaschine und Toaster hinter einer Front verschwinden sollen, erreicht eine einfachere Lösung oft denselben Alltagseffekt mit weniger Technik.
Die richtige Frage lautet deshalb nicht: Sind Pocket Doors besser? Sondern: Wie viel freie Öffnung brauchen wir tatsächlich?
Falttüren mit WingLine L: die Alternative ohne Einschubtasche
Bei einer Falttür verschwinden die Fronten nicht im Möbel. Stattdessen falten sich zwei Türflügel beim Öffnen zusammen und legen sich seitlich an. Das reduziert den Raum, den eine weit geöffnete Drehtür vor dem Schrank bräuchte – und es muss keine Einschubtasche konstruiert werden.

Aufsatzschrank mit dem Falttürsystem WingLine L: Die gefalteten Türflügel liegen seitlich an, der Schrankinhalt ist komplett zugänglich. Foto: Ballerina-Küchen, über Hettich.
Hettich WingLine L ist ein solches Falttürsystem für Holzfronten. Nach Herstellerangaben bewegt es Türflügel bis 25 kg Gewicht und 2.400 mm Höhe. Es gibt drei Bedienvarianten: Push to move für grifflose Fronten, Pull to move mit Griff und Pull to move Silent mit Griff und Dämpfung. Öffnungs- und Dämpfungsgeschwindigkeit lassen sich einstellen.
Für die Innenplanung wichtig ist der geringe Türeinsprung: Die gefalteten Türen ragen nur wenig in den Schrank, sodass Schubkästen und Auszüge laut Hettich daran vorbeigleiten. Hettich nennt Küche, Schlafzimmer und Büro als Einsatzbereiche und spricht vom „Panoramaeffekt“ – mit einer Bewegung wird der ganze Schrankinhalt sichtbar. Auf der Küchenmeile 2026 zeigten unter anderem Ballerina, Häcker, nobilia und Schüller Anwendungen mit WingLine L.
Wo eine Falttür in der Küche besonders interessant wird
Ein typischer Einsatz ist der Aufsatzschrank auf der Arbeitsplatte. Statt Kaffeemaschine, Toaster und Küchenmaschine frei nebeneinander stehen zu lassen, bekommt jedes Gerät seinen Platz in einem eigenen Funktionsbereich. Geöffnet stehen die Geräte dort, wo sie benutzt werden. Geschlossen entsteht wieder eine ruhige Möbelansicht.
Als Kaffeestation kann das etwa so aussehen:
- Kaffeemaschine und gegebenenfalls Kaffeemühle,
- Tassen und Gläser,
- Kaffee, Tee und Zubehör,
- Steckdosen an der richtigen Stelle,
- integrierte Beleuchtung,
- Schublade oder Auszug für Kleinteile.
Dasselbe Prinzip funktioniert als Frühstücksschrank, kleine Bar oder Gerätebereich für Küchenmaschine und Zubehör. Wie viel Platz die Kaffeestation selbst braucht, zeigt der Ratgeber Kaffeeecke in der Küche planen.
Gerätegarage: Die einfachere Lösung kann die bessere sein
Nicht jede versteckte Gerätezone braucht Pocket Doors oder einen aufwendigen Falttürbeschlag. Ein klassischer Aufsatzschrank lässt sich je nach Situation mit Drehtüren, einer Klappe oder einem Lift ausstatten. Das ist konstruktiv einfacher und meist wirtschaftlicher.
Entscheidend ist der Platz vor dem Möbel. Eine normale Drehtür funktioniert völlig problemlos, wenn sie geöffnet keinen wichtigen Arbeits- oder Laufbereich blockiert. Eine technisch aufwendigere Lösung sollte deshalb einen konkreten Vorteil bringen – nur weil eine Front spektakulär verschwindet oder sich faltet, wird der Arbeitsplatz nicht automatisch besser.
Pocket Door oder Falttür: der Vergleich
Beide Systeme lösen ein ähnliches Problem, aber auf unterschiedliche Weise.
| Kriterium | Pocket Door | Falttür (z. B. WingLine L) |
|---|---|---|
| Beispielsysteme | BAUFORMAT Pocketdoor, Blum REVEGO, Hawa Concepta | Hettich WingLine L |
| Geöffnete Front | wird seitlich in eine Möbeltasche eingeschoben | Türflügel falten sich zusammen und liegen seitlich an |
| Fronten geöffnet sichtbar? | weitgehend verborgen | gefaltetes Türpaket bleibt seitlich sichtbar |
| Seitlicher Bauraum | Pocket für Front und Beschlag nötig (bei REVEGO 100 bzw. 150 mm) | keine Einschubtasche nötig |
| Konstruktiver Aufwand | hoch | präzise Planung und Einstellung nötig |
| Interessant für | Funktionszonen vom Aufsatzschrank bis zur raumhohen Zeile, besonders ruhige offene Ansicht | Aufsatz- und Geräteschränke, breite Schranköffnungen |
Wer im geöffneten Zustand möglichst keine Front sehen möchte, hat andere Anforderungen als jemand, der möglichst wenig Möbelbreite an Technik verlieren will. Deshalb bevorzugen wir keine der beiden Lösungen pauschal.
Vorbereitet ins Erstgespräch: die 5 Punkte, die vorher geklärt sein sollten
- „Planungshilfe: Erst den Raum verstehen, dann die Küche planen"6 Seiten zum Ausfüllen · Alltag, Raum, Funktion, Wirkung, Budget
Der Geräteschrank muss zu den Geräten geplant werden
Ein häufiger Fehler: erst einen schönen Schrank planen und dann überlegen, welche Geräte hineinpassen. Wir gehen umgekehrt vor.
Welche Kaffeemaschine wird genutzt? Wie hoch ist sie? Wo wird der Wassertank entnommen? Muss sie nach vorn gezogen werden? Wie öffnet sich der Bohnenbehälter? Wo tritt Wärme oder Dampf aus?
Bei einer Küchenmaschine stellen sich andere Fragen: Wie schwer ist sie? Bleibt sie dauerhaft auf der Arbeitsfläche? Wird der Maschinenkopf nach oben geklappt, und wie viel Höhe braucht das? Auch Toaster und Wasserkocher brauchen Freiraum über dem Gerät.
Ein Geräteschrank wird deshalb vom tatsächlichen Gerät und seinen Herstellervorgaben aus geplant – nicht vom Schrankraster.
Steckdosen gehören in die Planung – nicht ins Verlängerungskabel
Wenn Elektrogeräte dauerhaft in einer Funktionszone stehen, müssen auch die Anschlüsse dauerhaft dafür vorgesehen sein. Zahl und Position der Steckdosen ergeben sich aus den Geräten – und zwar nicht nur aus dem heutigen Bestand. Ein zusätzlicher Anschluss ist sinnvoll, wenn später etwa eine Kaffeemühle hinzukommt.
Gleichzeitig dürfen Kabel die Bewegung von Fronten und Beschlägen nicht behindern. Eine Gerätegarage sollte deshalb nicht nachträglich mit einer Mehrfachsteckdose zum Arbeitsplatz gemacht werden. Elektroplanung und Möbelplanung gehören zusammen – mehr dazu im Ratgeber Elektroplan für die Küche.
Wärme und Dampf: Türen schließen ist nicht immer erlaubt
Auf schönen Bildern von versteckten Geräten wird ein Punkt leicht übersehen: Elektrogeräte erzeugen Wärme und Dampf oder brauchen Luft. Ob ein Gerät in einem Möbel betrieben werden darf und welche Abstände oder Lüftungsöffnungen nötig sind, bestimmt der jeweilige Gerätehersteller.
Eine Kaffeemaschine gibt Wasserdampf ab, ein Toaster entwickelt erhebliche Wärme. Es gilt also nicht automatisch: Gerät hinein, Steckdose dahinter, Türen zu. In der Planung muss geklärt werden, ob das Gerät im Möbel betrieben werden darf, ob die Front während der Nutzung offen bleiben muss und welche Lüftung nötig ist. Eine geschlossene Möbelfront ist kein Lüftungssystem.
Auch der Beschlag braucht eine saubere Konstruktion
Bei Falt- und Einschubsystemen entscheidet nicht nur der Beschlag über die Funktion. Hettich weist für WingLine L etwa auf die exakte Ausrichtung von Lauf- und Führungsprofilen und die korrekte Einstellung von Scharnieren, Laufwerk und Komforteinheit hin. Bei Pocket Doors müssen Tasche, Laufschienen und Frontgewicht exakt zusammenpassen.
Eine Gerätegarage ist deshalb nicht einfach ein Schrank mit einer besonderen Tür. Frontgewicht, Beschlag, Korpus, Geräte, Elektroanschlüsse, Luftführung und Nutzung müssen zusammenpassen.
Systemküche oder individuell gebauter Geräteschrank?
Das ist kein Entweder-oder. Eine Systemlösung wie das BAUFORMAT-Pocketdoor-System ist sinnvoll, wenn sie ins vorhandene Küchenprogramm passt, Fronten und Maße verfügbar sind und eine wirtschaftliche Lösung reicht.
Aber nicht jede Küche folgt einem Standardraster. Vielleicht soll eine vorhandene Nische vollständig genutzt werden, die Kaffeemaschine braucht mehr Tiefe, oder die Frühstücksstation soll genau zwischen Hochschrank und Fenster passen. Dann wird eine individuelle Konstruktion interessant – mit Beschlägen wie Blum REVEGO, Hawa Concepta oder Hettich WingLine L, die nicht an ein bestimmtes Küchenprogramm gebunden sind.
Eine Küche kann zum Beispiel aus BAUFORMAT-Schränken bestehen, während daneben ein individuell gefertigtes Möbel mit Pocket Doors oder Falttüren entsteht, dessen Material und Frontbild auf die Küche abgestimmt werden. Als Tischlermeister prüfen wir, ob eine solche Sonderlösung für die Raumsituation sinnvoll und technisch umsetzbar ist.
Gerätezone prüfen lassen
Wir klären, ob eine Systemlösung reicht oder eine individuelle Konstruktion mit Pocket Doors oder Falttüren sinnvoller ist – abgestimmt auf Geräte, Steckdosen und Nutzung.
Was kostet eine Gerätegarage mit Pocket Doors oder Falttüren?
Eine pauschale Preisangabe wäre wenig hilfreich. Ein kompakter Aufsatzschrank mit einfacher Front ist etwas anderes als eine deckenhohe Pocket-Door-Anlage mit Arbeitsplatte, Beleuchtung, Steckdosen und individueller Innenausstattung.
Preisrelevant sind unter anderem:
- Größe und Bauart des Möbels,
- Beschlagsystem,
- Frontmaterial und Oberfläche,
- Innenausstattung,
- Arbeitsplatte oder Nischenmaterial,
- Beleuchtung und Elektroplanung,
- individuelle Tischlerarbeiten und Montage.
Zuerst sollte deshalb geklärt werden, welche Funktion tatsächlich gebraucht wird. Danach lässt sich entscheiden, welche Konstruktion dafür angemessen ist.
Wann würden wir welche Lösung wählen?
Pocket Doors sind interessant, wenn ein größerer Arbeitsbereich vollständig geöffnet werden soll und die Fronten dabei möglichst aus dem Blickfeld verschwinden.
Eine Falttür wie WingLine L passt, wenn eine breite Öffnung gebraucht wird, aber keine Möbelbreite für eine Einschubtasche übrig ist.
Eine klassische Gerätegarage ist sinnvoll, wenn sich die Aufgabe einfacher lösen lässt und geöffnete Fronten den Ablauf nicht stören.
Und manchmal ist die beste Lösung gar keine geschlossene Gerätegarage: Eine bewusst gestaltete offene Kaffeestation kann hervorragend funktionieren, wenn sie zum Raum passt.
Unser Planungsansatz: erst die Funktion, dann die Tür
Bei einer versteckten Funktionszone beginnen wir nicht mit der Frage „Pocket Door oder Falttür?“, sondern damit, was dort stattfinden soll: Welche Geräte werden täglich benutzt? Welche sollen dauerhaft angeschlossen bleiben? Was wird daneben gebraucht? Wie viel Arbeitsfläche, welches Licht? Was soll im geschlossenen Zustand sichtbar sein?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich entscheiden, welche Öffnungsart zum Möbel passt. Manchmal liefert der Küchenhersteller genau den richtigen Schrank, manchmal bietet ein eigenständiges Beschlagsystem mehr Möglichkeiten, und manchmal ist eine individuell gefertigte Lösung die sauberste Antwort auf den Raum.
Das Ziel ist nicht, Küchengeräte möglichst spektakulär verschwinden zu lassen. Das Ziel ist eine Küche, die im Gebrauch offen und funktional ist – und danach wieder Teil eines ruhigen Raums wird.
Verwendete Quellen
- BAUFORMAT: Produktinformationen zu Pocket Doors
- Hawa: Concepta III Familie
- Blum: REVEGO
- Blum: Kreative Raumnutzung mit REVEGO (Pressemeldung Mai 2025)
- Blum-Katalog: REVEGO technische Daten
- Hettich Technical Assistant: WingLine L
- Hettich: Zweite Generation WingLine L
- Hettich-Pressemitteilung „Die Küche als vielseitiger Lebensraum – Küchenmeile 2026“ (PR_222026)
Für ein konkretes Projekt gelten die aktuellen technischen Unterlagen des gewählten Beschlags und die Aufstellhinweise der jeweiligen Geräte.
Häufige Fragen
Wie kann man Küchengeräte auf der Arbeitsplatte verstecken?
Meist mit einer Gerätegarage oder einem Aufsatzschrank. Je nach gewünschter Öffnung kommen klassische Türen, Klappen, Falttüren oder Pocket Doors infrage. Wichtig ist, dass Geräte, Steckdosen, Lüftung und Öffnungsmechanik gemeinsam geplant werden.
Was sind Pocket Doors in der Küche?
Pocket Doors sind Möbelfronten, die geöffnet und dann seitlich in eine Tasche im Möbel eingeschoben werden. So lässt sich eine größere Funktionszone öffnen, ohne dass Drehtüren vor dem Arbeitsplatz stehen.
Was ist der Unterschied zwischen Pocket Door und Falttür?
Bei Pocket Doors werden die geöffneten Fronten seitlich eingeschoben und verschwinden weitgehend. Bei einer Falttür falten sich zwei Türflügel zusammen und legen sich seitlich an. Die Falttür braucht keine Einschubtasche, das gefaltete Türpaket bleibt aber sichtbar.
Gibt es Pocket Doors bei BAUFORMAT?
Ja. BAUFORMAT bietet Pocketdoor-Systeme im Küchenprogramm an, mit denen sich etwa ein Gerätebereich oder eine Küchenzeile hinter Fronten verbergen lässt. Für Sondermaße oder individuelle Möbel gibt es zusätzlich Tischlerlösungen mit Beschlägen wie Blum REVEGO oder Hawa Concepta.
Was ist Blum REVEGO?
REVEGO ist ein Pocket-System von Blum für Einzel- (uno) und Doppeltüren (duo). Die Türen werden in einen schmalen seitlichen Korpus geführt, der 100 bzw. 150 mm breit ist. Laut Blum sind Fronthöhen von 1.130 bis 2.980 mm und Frontgewichte bis 35 kg je Front möglich.
Was ist Hettich WingLine L?
WingLine L ist ein Falttürsystem von Hettich für Holzfronten. Nach Herstellerangaben bewegt es Türflügel bis 25 kg und 2.400 mm Höhe und ist mit Push to move, Pull to move und Pull to move Silent erhältlich.
Wie viel Platz braucht eine Pocket Door zusätzlich?
Die Tür fährt seitlich in eine Möbeltasche, die zusätzliche Möbelbreite benötigt. Wie viel genau, hängt von Türbreite und Beschlagvariante ab und wird vorab berechnet.
Darf eine Kaffeemaschine hinter geschlossenen Türen betrieben werden?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind die Vorgaben des Geräteherstellers zu Lüftung, Wärme, Dampf und Abständen. Bei der Möbelplanung muss deshalb das konkrete Gerät berücksichtigt werden.
Kann ein Toaster in einer Gerätegarage benutzt werden?
Auch hier gelten die Aufstell- und Sicherheitshinweise des Herstellers. Toaster entwickeln erhebliche Wärme und brauchen freien Raum. Ein geschlossener Schrank ist deshalb nicht automatisch ein geeigneter Betriebsort.
Ist eine Gerätegarage auch als Maßanfertigung möglich?
Ja. Wenn Standardmöbel nicht zu Nische, Geräten oder Gestaltung passen, kann ein individuell gefertigter Geräteschrank sinnvoll sein. Beschlagtechnik, Geräteanforderungen, Elektroanschlüsse, Lüftung und Konstruktion müssen dabei aufeinander abgestimmt werden.
Küchengeräte griffbereit – aber nicht ständig sichtbar
Wir planen Geräte, Stauraum, Steckdosen, Beleuchtung und Möbelfunktion gemeinsam. Wenn eine Systemlösung nicht zum Raum passt, prüfen wir auch individuelle Möbel- und Beschlaglösungen.
Gerätezone planen lassen