Smart Home & Licht

Naber LIC 2.0: Smarte Küchenbeleuchtung mit Matter, ZigBee und DALI

Licht in der Küche besteht heute selten nur aus einer Leuchte unter dem Oberschrank. Arbeitslicht, Nischenbeleuchtung, beleuchtete Regale und atmosphärisches Licht im Wohn- und Essbereich sollen zusammen funktionieren – und sich möglichst in ein Smart Home einbinden lassen. Zur area30 2026 stellt Naber dafür mit LUMICA® LIC 2.0 eine neue Lichtplattform vor.

Naber LIC 2.0: Smarte Küchenbeleuchtung mit Matter, ZigBee und DALI
Lesezeit: 4 min Aktualisiert: 22.09.2026 Geprüft: Daniel Klas

Auf einen Blick

  • LIC 2.0 unterstützt laut Naber die Standards ZigBee, DALI und Matter.
  • Die Konverter sind in zwei Leistungsklassen verfügbar: 12 V/15 W bzw. 24 V/18 W und 12 V/60 W bzw. 24 V/72 W.
  • Das bestehende Easytrack-Schienensystem bleibt laut Hersteller mit LIC 2.0 kompatibel.
  • Grundbedienung per Fernbedienung bleibt erhalten – Smart-Home-Anbindung ist eine Erweiterung, kein Ersatz.

Was ist Naber LIC 2.0?

LIC 2.0 gehört zum LUMICA®-Lichtsystem von Naber. Das System übernimmt Stromversorgung und Steuerung angeschlossener LED-Leuchten; je nach Konfiguration lassen sich Dimmen und Farbwechsel realisieren, zur Bedienung nennt Naber eine eigene Fernbedienung ebenso wie die Einbindung in Smart-Home-Systeme. Der wesentliche Unterschied zu einer einfachen LED-Steuerung liegt in der Vernetzung: Naber nennt LIC 2.0 „kompatibel mit den etablierten Standards ZigBee, DALI sowie dem neuen Standard Matter". Die Küchenbeleuchtung soll damit nicht als isoliertes System funktionieren, sondern in übergeordnete Licht- und Smart-Home-Konzepte eingebunden werden können.

Zwei Leistungsklassen für 12 und 24 Volt

LED-Leuchten in Küchenmöbeln arbeiten häufig mit Kleinspannung – manche mit 12 Volt, andere mit 24 Volt. Laut Herstellerunterlagen bietet LIC 2.0 dafür zwei Konverter-Leistungsklassen: eine kleinere Variante mit 12 V/15 W beziehungsweise 24 V/18 W und eine größere mit 12 V/60 W beziehungsweise 24 V/72 W. Beide Spannungsebenen sind damit innerhalb der Produktlinie abgedeckt.

Eine Einschränkung zur Einordnung: Ob und wie sich 12- und 24-Volt-Leuchten dabei tatsächlich innerhalb ein und derselben Installation gemeinsam betreiben lassen, geht aus der aktuellen Herstellerinformation nicht eindeutig hervor – ebenso wenig, ob und in welchem Umfang bereits vorhandene Bestandsleuchten weiterverwendet werden können. Das sollte vor einer konkreten Planung direkt mit Naber geklärt werden, statt es als pauschale Aussage zu übernehmen.

Matter: Küchenlicht wird Teil des Smart Homes

Eine der Neuerungen ist die Unterstützung von Matter, einem herstellerübergreifenden Smart-Home-Standard, der Geräte unterschiedlicher Hersteller einfacher miteinander kommunizieren lassen soll. Für eine Küche bedeutet das: Die Beleuchtung muss nicht zwangsläufig in einer abgeschlossenen Herstellerwelt bleiben. Naber positioniert LIC 2.0 entsprechend als System, das „neue übergreifende Möglichkeiten der intelligenten Lichtvernetzung im gesamten Zuhause" eröffnen soll – eine Lichtsituation könnte damit nicht nur Küchenleuchten, sondern auch Beleuchtung im Ess- und Wohnbereich umfassen, etwa als Szene für Kochen, Essen oder Abendbeleuchtung.

ZigBee und DALI bleiben Teil des Systems

Matter ersetzt bei LIC 2.0 nicht die bisherigen Standards: Das System unterstützt weiterhin ZigBee, das bereits im Vorgängersystem LUMICA® MEC eingesetzt wurde. Für Bestandsanlagen kann diese Kontinuität interessant sein. Zusätzlich berücksichtigt LIC 2.0 DALI, einen aus der professionellen Lichttechnik stammenden Standard zur digitalen Steuerung von Beleuchtung – das macht das System auch für anspruchsvollere Lichtplanungen relevant, etwa wenn im Gebäude ohnehin eine professionelle Lichtsteuerung vorgesehen ist und die Küche Teil dieses Konzepts werden soll. Was ZigBee, Matter, DALI und andere Dimmschnittstellen grundsätzlich unterscheidet, ordnet unabhängig vom Hersteller Küchenbeleuchtung smart steuern ein.

Braucht eine Küche überhaupt Smart Home?

Nicht zwingend. Eine gut geplante Küchenbeleuchtung muss auch ohne Smartphone funktionieren – wer zum Einschalten des Arbeitslichts erst eine App öffnen muss, hat keine besonders komfortable Lichtplanung. Deshalb ist es sinnvoll, dass Naber neben der Smart-Home-Integration weiterhin eine eigene Fernbedienung vorsieht. Bei der Planung lohnt sich die Unterscheidung zwischen Grundbedienung und Automation: Das tägliche Ein- und Ausschalten muss einfach funktionieren, Smart Home kann zusätzliche Szenen und Automatiken ermöglichen.

Arbeitslicht und Ambiente getrennt planen

Beim Schneiden und Vorbereiten braucht es eine gute, gleichmäßige Ausleuchtung der Arbeitsfläche; beim Abendessen kann dieselbe Helligkeit unangenehm wirken. Eine Küche sollte deshalb mindestens zwischen funktionalem Arbeitslicht und atmosphärischem Licht unterscheiden. Naber verfolgt diesen Ansatz bereits innerhalb des LUMICA®-Sortiments: Bei mehreren Leuchten lassen sich direktes Arbeitslicht und indirektes Ambientelicht kombinieren, Helligkeit und Lichtfarbe stufenlos verändern. Mit einer vernetzten Steuerung können daraus mehrere Lichtszenen werden – etwa eine helle Kochsituation, gedimmtes Licht mit aktiver Pendelleuchte beim Essen und rein indirekte Beleuchtung am Abend. Der Komfort liegt dabei weniger darin, jede Leuchte einzeln per Smartphone zu bedienen, sondern darin, dass mehrere Leuchten gemeinsam auf die jeweilige Nutzung reagieren.

LIC 2.0 und Easytrack

Parallel zu LIC 2.0 entwickelt Naber auch das Easytrack-Schienensystem weiter: Zur area30 2026 kommt es zusätzlich in Weiß, dazu kündigt Naber neue Pendelleuchten in Rauchglasoptik an. Easytrack soll laut Hersteller mit LIC 2.0 kombiniert werden können und bleibt damit „technisch auf dem neuesten Stand und kompatibel mit modernen Steuerungssystemen". Ein Schienensystem kann verschiedene Beleuchtungsaufgaben übernehmen und sich später verändern lassen, ohne die komplette Elektroinstallation neu aufzubauen – etwa wenn sich eine Kochinsel oder Möblierung später ändert.

Für welche Küchen ist LIC 2.0 interessant?

Nicht jede Küche braucht LIC 2.0. Bei einer kleinen, geschlossenen Küche mit einer einzigen Unterbauleuchte wäre ein umfangreiches Smart-Light-System möglicherweise unnötig. Je mehr Lichtbereiche hinzukommen – Nischenlicht, Griffmuldenbeleuchtung, Regale, Sockellicht, Kochinsel, Pendelleuchten und angrenzender Essbereich – desto interessanter wird eine zentrale Steuerung. Besonders relevant wird LIC 2.0 deshalb bei offenen Wohnküchen, Neubauten und umfangreichen Renovierungen.

Unsere Einschätzung

Interessant an LIC 2.0 ist weniger, dass sich Licht per Smartphone bedienen lässt – das ist inzwischen Standard. Interessanter ist der systemische Ansatz: zwei Leistungsklassen für 12 und 24 Volt innerhalb einer Produktlinie sowie Schnittstellen zu Matter, ZigBee und DALI. Damit bewegt sich Küchenbeleuchtung weiter weg von einer isolierten Möbelbeleuchtung und stärker in Richtung integrierter Lichtplanung für den gesamten Raum. Ein Smart-Home-System kann eine schlechte Lichtplanung aber nicht reparieren: Zuerst müssen Position, Lichtmenge, Lichtfarbe und Aufgabe der einzelnen Leuchten stimmen – erst danach kommt die Steuerung.

Verwendete Quellen

Herstellerangaben zuletzt geprüft am 20. September 2026. Die Aussage zur gemeinsamen Nutzung von 12- und 24-Volt-Leuchten innerhalb einer Installation sowie zur Weiterverwendung bestehender Beleuchtung geht aus den geprüften Quellen nicht eindeutig hervor und sollte vor einer konkreten Planung direkt mit dem Hersteller geklärt werden.

Bild- und Mediennachweise

Häufige Fragen

Ersetzt Matter bei Naber LIC 2.0 den bisherigen ZigBee-Standard?

Nein. LIC 2.0 unterstützt laut Hersteller ZigBee, DALI und Matter parallel – Matter ergänzt die Integrationsmöglichkeiten, ersetzt die anderen Standards aber nicht.

Braucht man für Naber LIC 2.0 zwingend eine Smart-Home-App?

Nein. Naber sieht weiterhin eine eigene Fernbedienung für die Grundbedienung vor. Die Smart-Home-Anbindung ist eine zusätzliche Option, kein Ersatz für die einfache Bedienung.

Können alle vorhandenen Küchenleuchten mit LIC 2.0 weiterverwendet werden?

Das lässt sich aus den aktuellen Herstellerunterlagen nicht pauschal beantworten und sollte für die jeweilige Bestandsinstallation direkt geprüft werden.

Küchenlicht als Teil eines Gesamtkonzepts planen

Wir betrachten Arbeitslicht, Akzentbeleuchtung und Raumlicht gemeinsam mit Küchenmöbeln, Farben und Materialien – und prüfen, welche Steuerung tatsächlich zum Gebäude und zur Nutzung passt.

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