Auf einen Blick
- Für die erste Planung reichen Grundriss, Wandansichten, Maße und Fotos – ein Bestellaufmaß muss der Kunde nicht erstellen.
- AMK-Prinzip: in Millimetern, konsequent von einer Bezugsecke oder -wand aus, keine langen Maßketten (jede Wandansicht von links nach rechts).
- Raumhöhe und Eckwinkel an mehreren Punkten prüfen – Wände nicht automatisch als rechtwinklig annehmen; Winkel per Dreiecksmaß (A, B, C) erfassen.
- Finales Aufmaß laut AMK erst nach Umbau, Putz und Estrich und bei endgültigen Installationspositionen; bei verdeckten Anschlüssen ggf. Nachaufmaß.
Selbst ausmessen oder aufmessen lassen?
Beides kann sinnvoll sein – aber für unterschiedliche Schritte.

KI-generierte Visualisierung · schematische Übersicht, ersetzt nicht die Detailschritte in diesem Artikel.
Für ein erstes Planungsgespräch reichen häufig selbst aufgenommene Maße, Fotos und eine einfache Skizze. Damit lassen sich Küchenform, grundsätzliche Aufteilung, Gerätepositionen und erste Varianten besprechen. Ein perfektes Bestellaufmaß muss der Kunde dafür nicht erstellen.
Wer sich das Messen nicht zutraut oder den Raum lieber gleich gemeinsam betrachten möchte, kann bei Klas Küchen® die erste Beratung mit einem Vor-Ort-Termin verbinden. Dabei geht es nicht nur um Zahlen. Raumwirkung, Laufwege, Boden, Licht, angrenzende Bereiche, Anschlüsse und mögliche Umbauten lassen sich vor Ort schneller einordnen.
Das finale Kontroll- beziehungsweise Bestellaufmaß ist davon zu unterscheiden. Die AMK weist darauf hin, dass ein endgültiges Aufmaß grundsätzlich erst sinnvoll ist, wenn relevante Umbaumaßnahmen abgeschlossen, Putz und Estrich vorhanden und Installationen an ihren endgültigen Positionen sind. Bei verdeckten Anschlüssen oder späteren Veränderungen kann ein Nachaufmaß erforderlich werden.
Zwei Wege zum Planungsstart
Selbst messen: Sie bringen Grundriss, Wandmaße und Fotos zur ersten Planung mit.
Vor Ort starten: Wir verbinden die erste Beratung mit der Aufnahme des Raums und klären Besonderheiten direkt an der Baustelle.
Das wichtigste Prinzip: immer mit demselben Bezugspunkt messen
Die AMK empfiehlt, bei allen Maßen konsequent aus einer Ecke beziehungsweise von einer Bezugswand auszugehen und bei einer Maßeinheit zu bleiben. Millimeter sind dafür besonders eindeutig.
Für eine einfache Kundenzeichnung bietet sich eine feste Regel an: Jede Wandansicht wird von links nach rechts gezeichnet. Alle horizontalen Maße werden von der linken Wandkante aus angegeben.
Dadurch entstehen keine langen Maßketten, bei denen sich ein Fehler von einem Teilmaß zum nächsten fortsetzt.
| Ungünstig | Besser |
|---|---|
| Ecke bis Steckdose 620 mm, Steckdose bis Wasser 480 mm, Wasser bis Fenster 320 mm | Linke Wandkante bis Steckdose 620 mm, bis Wasser 1100 mm, bis Fenster 1420 mm |
Vertikale Maße werden entsprechend vom fertigen Fußboden aus eingetragen. So kann der Planer jeden Punkt eindeutig in der Wandansicht positionieren.
Schritt 1: Grundriss skizzieren und Wände benennen
Der Grundriss muss nicht schön sein. Wichtig ist, dass die Raumform verständlich wird.
Zeichnen Sie den Raum von oben und benennen Sie die Wände fortlaufend mit A, B, C, D und bei ungewöhnlichen Grundrissen weiter mit E, F und so weiter. Diese Bezeichnungen werden anschließend auf den einzelnen Wandblättern wiederverwendet.
Tragen Sie im Grundriss bereits ein:
- Gesamtlänge jeder Wand,
- Türen und Öffnungsrichtungen,
- Fenster,
- Vorsprünge und Nischen,
- Schächte und Heizkörper,
- ungefähre Positionen wichtiger Anschlüsse,
- Dachschrägen oder andere Besonderheiten.
Die AMK empfiehlt ebenfalls eine Kombination aus Gesamtgrundriss und einzelnen Wandansichten. Fotos ergänzen die Zeichnung, ersetzen die Maße aber nicht.
Schritt 2: für jede planungsrelevante Wand ein eigenes Blatt
Auf einem Grundriss lassen sich Höhen und Anschlüsse nur schlecht darstellen. Deshalb bekommt jede relevante Wand eine eigene frontale Ansicht.
Auf Blatt „Wand A“ zeichnen Sie also genau das, was Sie sehen würden, wenn Sie direkt vor Wand A stehen. Dasselbe gilt für Wand B, C und D.
In diese Wandansicht gehören:
- Fenster und Fensterbank,
- Türen und Zargen,
- Steckdosen und Schalter,
- Wasser und Abwasser,
- Herdanschluss,
- Abluftöffnung,
- Heizkörper und Thermostat,
- Vorsprünge, Nischen und Schächte,
- Dachschrägen und Deckenabsätze.
Für jeden Punkt werden horizontale und vertikale Maße eingetragen. Bei einer Steckdose könnte das beispielsweise lauten: 2180 mm von der linken Wandkante und 1120 mm ab fertigem Fußboden.
Schritt 3: Raumhöhe an mehreren Punkten messen
Eine einzelne Deckenhöhe kann täuschen. Besonders in älteren Gebäuden, bei abgehängten Decken oder unebenen Böden können sich die Höhen innerhalb des Raums unterscheiden.
Messen Sie deshalb die Deckenhöhe an mehreren Stellen und schreiben Sie die Werte direkt in den Grundriss. Sinnvoll sind mindestens die relevanten Ecken und bei größeren Räumen zusätzliche Punkte im Raum.
Auch die AMK fordert Angaben zu Länge, Breite und Höhe und weist darauf hin, dass Winkel und bauliche Abweichungen geprüft werden müssen. Für die spätere Schrankhöhe oder eine deckennahe Planung ist das kleinste relevante Maß oft entscheidender als ein einzelner Mittelwert.
Schritt 4: Wände nicht automatisch als rechtwinklig annehmen
Ein Raum kann auf den ersten Blick rechteckig wirken und trotzdem von 90 Grad abweichen. Deshalb sollten Raumwinkel nicht automatisch als rechtwinklig angenommen werden. Die AMK empfiehlt, Eckwinkel an mehreren Höhen zu prüfen.
Für eine erste Küchenplanung müssen Sie den Winkel nicht selbst in Grad ausrechnen. Es reicht, dem Planer ein Dreiecksmaß zu liefern.
Winkel mit drei Maßen erfassen
Markieren Sie auf beiden Wänden, die sich in der Ecke treffen, jeweils einen gut messbaren Abstand von der Ecke – zum Beispiel A = 1000 mm und B = 1000 mm. Messen Sie anschließend die direkte Strecke C zwischen diesen beiden Markierungen.
Bei einem exakten 90-Grad-Winkel wäre C bei 1000 mm und 1000 mm ungefähr 1414 mm. Ist C deutlich kleiner oder größer, weicht der Winkel entsprechend ab. Für die Planung reichen A, B und C; der Winkel kann daraus berechnet werden.
Mathematisch bilden A, B und C ein Dreieck. Sie werden also nicht einfach addiert. Die drei Seitenlängen enthalten die Information, aus der der Winkel bestimmt werden kann.
Wenn der Raum es zulässt, sind längere Bezugsstrecken günstiger als sehr kurze, weil kleine Messfehler dann prozentual weniger stark ins Gewicht fallen.
Schritt 5: Fenster vollständig erfassen
Bei Fenstern reicht „1200 mm breit“ nicht aus. Wichtig sind Position, Rahmen, Fensterbank und Öffnung.
Notieren Sie:
- Abstand von der linken Wandkante bis zum Fenster,
- Fensterbreite inklusive beziehungsweise mit klar benanntem Rahmenbezug,
- Brüstungshöhe beziehungsweise Unterkante Fenster,
- Fensterhöhe,
- Tiefe und Vorsprung der Fensterbank,
- Öffnungsrichtung und Flügelbreite.
Die AMK weist besonders bei einer geplanten Spüle vor dem Fenster auf mögliche Kollisionen zwischen Fensterflügel und Armatur hin. Solche Details lassen sich nur beurteilen, wenn nicht nur die Öffnung im Mauerwerk, sondern auch Rahmen und Fensterbank erfasst sind.
Schritt 6: Türen inklusive Rahmen und Öffnungsrichtung messen
Auch Türen benötigen mehr als ein Breitenmaß. Die AMK empfiehlt, Türen aus einer Ecke beziehungsweise Bezugswand heraus zu messen und die Türbreite mit Rahmen aufzunehmen.
Zusätzlich sollten Öffnungsrichtung, Zargentiefe und gegebenenfalls die Position der Türklinke dokumentiert werden. Eine geöffnete Tür kann sonst mit einem Hochschrank, einem Griff oder einer ausgezogenen Schublade kollidieren.
Schritt 7: Anschlüsse als echte Positionen eintragen
Wasser, Abwasser, Steckdosen und Herdanschluss sollten nicht nur ungefähr in die Zeichnung gemalt werden. Geben Sie für jeden Anschluss ein horizontales und ein vertikales Maß an.
Relevant sind unter anderem:
- Kalt- und Warmwasser sowie Abwasser,
- Geschirrspüleranschluss,
- Herd- beziehungsweise Kochfeldanschluss,
- Steckdosen für Kühlschrank, Backofen und weitere Geräte,
- Arbeitsplatz-Steckdosen,
- Abluftöffnung mit Durchmesser, sofern vorhanden,
- Licht- und Rollladenschalter.
Bei noch eingebauter alter Küche sind Anschlüsse manchmal verdeckt. Dann sollte nicht geraten werden. Fotos und die sichtbaren Maße reichen für die erste Planung; vor der endgültigen Bestellung kann nach Ausbau ein Nachaufmaß nötig sein.
Schritt 8: Dachschrägen mit Maßen statt Schätzungen erfassen
Auch für eine Dachschräge müssen Sie nicht zwingend einen Winkelmesser besitzen. Die AMK zeigt ausdrücklich, dass eine Wandansicht mit mehreren Höhen- und Abstandsmaßen ausreichen kann, damit der Planer die Schräge im Planungssystem rekonstruiert.
Zeichnen Sie die Wand frontal, markieren Sie Beginn und Ende der Schräge und tragen Sie die jeweiligen horizontalen Abstände und Höhen ein. Je klarer die Bezugspunkte sind, desto besser lässt sich die Geometrie später nachbauen.
Schritt 9: Fotos systematisch machen
Die AMK wiederholt den Hinweis auf Fotos in ihrer Aufmaß-Checkliste bewusst mehrfach. Bilder helfen, Maße richtig einzuordnen und Besonderheiten zu erkennen, die in einer schnellen Skizze fehlen.
Hilfreich sind:
- je ein Gesamtfoto jeder Wand,
- Detailfotos aller Anschlüsse,
- Fenster und Türen vollständig geöffnet,
- Heizkörper, Nischen und Schächte,
- Sicherungskasten mit lesbarer Beschriftung,
- bei Umbauten Fotos von Bereichen, die später verdeckt werden.
Fotos ersetzen kein Maß. Zusammen mit sauber beschrifteten Wandansichten machen sie die erste Planung aber deutlich belastbarer.
Wann reicht das Selbstaufmaß – und wann sollte Klas Küchen® vor Ort messen?
| Situation | Sinnvoller Einstieg |
|---|---|
| Erste Idee, einfache rechteckige Küche, vorhandener Grundriss | Selbstaufmaß und Fotos reichen häufig für das erste Planungsgespräch. |
| Altbau, schiefe Wände, Dachschrägen, Nischen oder viele Anschlüsse | Vor-Ort-Aufnahme ist meist effizienter, weil Raum und Besonderheiten direkt gemeinsam beurteilt werden können. |
| Umbau mit noch veränderlichen Anschlüssen und Wänden | Erste Planung mit vorhandenen Daten; finales Kontrollaufmaß nach den relevanten Bauarbeiten. |
| Bestellung von Arbeitsplatten, Nischen und passgenauen Verkleidungen | Die endgültigen Maße sollten professionell kontrolliert werden. |
Das Selbstaufmaß ist deshalb keine Konkurrenz zum Fachaufmaß. Es ist ein Werkzeug, um früh ins Gespräch zu kommen. Je komplexer der Raum und je näher die Bestellung rückt, desto wichtiger wird die professionelle Kontrolle.
Erste Beratung direkt im Raum
Wenn Sie nicht erst selbst Grundrisse zeichnen möchten, starten wir auf Wunsch vor Ort. Dabei erfassen wir nicht nur Maße, sondern sehen gleichzeitig Licht, Laufwege, Anschlüsse, angrenzende Räume und mögliche Umbaupunkte.
Verwendete Fachquellen
- AMK Aufmaß-Checkliste Küche: Millimeter als Maßeinheit, Bezugsmessung von einer Seite, Grundriss und Wandansichten, Fenster, Türen, Anschlüsse, Winkel, Dachschrägen und Zeitpunkt des finalen Aufmaßes.
Ein selbst erstelltes Aufmaß dient in diesem Ratgeber als Planungsgrundlage für den Einstieg. Für Bestellung, Montage und passgenaue Bauteile werden die entscheidenden Maße projektbezogen geprüft.
Häufige Fragen
Kann ich meine Küche für die erste Planung selbst ausmessen?
Ja. Für ein erstes Planungsgespräch reichen bei vielen Räumen ein sauberer Grundriss, Wandansichten, Maße und Fotos. Vor der endgültigen Bestellung werden die entscheidenden Maße kontrolliert.
In welcher Einheit sollte ich eine Küche ausmessen?
Die AMK empfiehlt Millimeter. Wichtig ist vor allem, innerhalb der gesamten Zeichnung konsequent bei einer Maßeinheit zu bleiben.
Wie messe ich einen nicht rechtwinkligen Küchenraum?
Für die erste Planung können Sie auf beiden angrenzenden Wänden einen bekannten Abstand von der Ecke markieren und anschließend die Diagonale zwischen den Markierungen messen. Die drei Strecken bilden ein Dreieck, aus dem der Planer den Winkel bestimmen kann.
Muss ich Dachschrägen in Grad messen?
Nein. Eine sauber gezeichnete Wandansicht mit mehreren Höhen- und Abstandsmaßen reicht häufig aus, um die Schräge im Planungssystem zu rekonstruieren.
Wann sollte das finale Küchenaufmaß stattfinden?
Die AMK empfiehlt ein endgültiges Aufmaß grundsätzlich erst, wenn relevante Umbaumaßnahmen abgeschlossen, Putz und Estrich vorhanden und Installationen an ihren endgültigen Positionen sind. Je nach Projekt kann später ein Nachaufmaß erforderlich sein.
Kann die erste Küchenberatung direkt bei mir zu Hause stattfinden?
Ja. Bei Klas Küchen® kann ein Vor-Ort-Termin genutzt werden, um den Raum aufzunehmen und gleichzeitig Anforderungen, Laufwege, Anschlüsse und mögliche Änderungen direkt vor Ort zu besprechen.
Selbst messen oder direkt vor Ort starten
Für den Einstieg genügt oft eine gute Skizze. Wenn der Raum komplex ist oder Sie sich das Aufmaß sparen möchten, verbinden wir die erste Beratung mit der Aufnahme vor Ort. Vor der Bestellung werden die planungsrelevanten Maße nochmals kontrolliert.
Projekt kurz beschreiben